Einen spannenden und abwechslungsreichen Projekttag rund um das Thema Kaffee erlebten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen der Realschule Burgau. Dabei lernten sie den Weg des Kaffees von der Kaffeekirsche bis zur fertigen Tasse kennen und beschäftigten sich mit den folgenden Themen: Kaffeeröstung, Chemie, Fairer Handel und digitales Arbeiten.

Der Höhepunkt des Projekttages war der Besuch bei Herrn Miller, der Kaffee nach historischem Verfahren in einem holzbefeuerten Röstofen röstet. Anschaulich erklärte er den gesamten Röstvorgang, der etwa 15 Minuten dauert. Während dieser Zeit musste ein Schüler die mit rohen Kaffeebohnen gefüllte Rösttrommel drehen, damit die Bohnen schonend und gleichmäßig geröstet wurden. Herr Miller stellte außerdem verschiedene historische Röstverfahren vor und zeigte den Schülerinnen und Schülern frische Kaffeekirschen, die sie sogar probieren durften. Darüber hinaus erklärte er die wichtigsten Inhaltsstoffe des Kaffees und deren Wirkung. Als zusätzliches Highlight erhielt jeder 8. Klässler ein Säckchen mit den selbstgerösteten Bohnen.

Besonders beeindruckte die Schülerinnen und Schüler der persönliche Werdegang von Herrn Miller. Den historischen Trommelröster erhielt er von seinem Nachbarn und bewahrte ihn vor der Entsorgung auf dem Wertstoffhof. Aus Interesse an der traditionellen Kaffeeröstung setzte er sich intensiv mit den historischen Verfahren auseinander und entwickelte durch viel Geduld und Ausprobieren seine eigene Rösttechnik. Heute gibt Herr Miller sein Wissen in VHS-Kursen sowie bei privaten Veranstaltungen weiter und begeistert dort die Teilnehmenden mit seinem historischen Röstofen.

Im Anschluss wurde das Thema Kaffee im Chemielabor der Schule aus naturwissenschaftlicher Sicht untersucht. Die Schülerinnen und Schüler zerkleinerten Kaffeebohnen im Mörser, extrahierten die Inhaltsstoffe und trennten diese anschließend durch Filtration. So konnten sie wichtige Arbeitstechniken des Chemieunterrichts praktisch anwenden.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Fairer Handel. Anhand eines Films erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welche Bedeutung faire Preise für die Kaffeebauern und ihre Familien haben. Sie lernten, dass der Faire Handel bessere Arbeits- und Lebensbedingungen fördert, den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung unterstützt und durch den direkten Handel ohne viele Zwischenhändler den Produzenten einen größeren Anteil am Verkaufspreis sichert.

Auch der kompetente Umgang mit digitalen Medien spielte an diesem Projekttag eine wichtige Rolle. Mit ihren Tablets dokumentierten die Schülerinnen und Schüler die Versuchsdurchführung und fügten die entstandenen Bilder in digitale Arbeitsblätter ein. Anschließend erstellten sie Präsentationen zu verschiedenen Aspekten des Themas Kaffee. Dabei nutzten sie auch KI-gestützte Anwendungen, um Texte sinnvoll zusammenzufassen, die wichtigsten Informationen herauszuarbeiten und diese übersichtlich für ihre Präsentationen aufzubereiten.

Der Projekttag verband handwerkliche Tradition, naturwissenschaftliches Arbeiten, nachhaltiges Denken und den verantwortungsvollen Einsatz digitaler Medien. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei vielfältige Einblicke in ein alltägliches Genussmittel und konnten ihr Wissen auf anschauliche und praktische Weise erweitern.

Gabriele Hüttl

Projekttag der 8. Klassen: Kaffee mit allen Sinnen entdecken