

„Wann geht es los?“ bzw. „Wann geht es weiter?“ wollten die Fünftklassgruppen aufgeregt wissen, die es gar nicht erwarten konnten, dass ihre selbst gestaltete Geschichte entstand und dann szenisch ins Leben gerufen wurde. Ein an unserer Schule ganz neues und geglücktes Projekt durften die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse mit der Theaterpädagogin und Geschichtenerzählerin, Frau Sandra Parada-Berger, erleben. Anfang des Jahres fanden auf mehrere Wochen verteilt insgesamt acht Workshops mit ihr statt, dabei waren die beiden fünften Klassen in vier Gruppen eingeteilt. Mit viel Geschick und Einfühlsamkeit lockte die Theaterpädagogin die sprühende Fantasie der Kinder viermal (pro Gruppe einmal) in eine jeweils nach und nach entstehende Geschichte, in der trotz der vielfältigen Impulse alle Ideen berücksichtigt und sanft zu einem stimmigen Ganzen zusammengestrickt wurden. Erstaunlich, wie das geklappt hat. Aber es gelang und die fröhlichen, vor Enthusiasmus überbordenden Kinder erkannten sich wirklich alle in ihrer Gruppengeschichte wieder. Es entstanden, aufgeteilt auf vier Gruppen, insgesamt vier individuelle Geschichten, von denen die mitwirkenden Kinder alle behaupten können: „Das ist meine/unsere Geschichte! Ich komme darin vor.“ Mal ging es um ein vegetarisches Vampirmädchen, das seinen Weg trotz Ablehnung gefunden hatte, mal ging es um einen lebendigen Schlüssel, der sein Glück erleben durfte. Auch das Märchen von einem Mädchen, das seine Identität suchte und sie in einem scary Kaff entdecken konnte sowie die Story von einem von allen Mitschülern gemobbten Zauberschüler, der nicht nur seinen entführten Onkel befreien konnte, sondern auch sein Selbstvertrauen gewann, wurden zu einem glücklichen Ende geführt.


Anschließend durften unsere Schülerinnen und Schüler ihr schauspielerisches Talent ausschöpfen und ihre Geschichte szenisch umsetzen. Jede und jeder kam an die Reihe, da es auch kein Problem war, die Rollen doppelt zu besetzen. Manche zeigten dermaßen Talent, dass es direkt bedauerlich war, dass es nicht fortlaufend Bühnenstücke für sie gab. Nicht nur die musikalische Begleitung, die die Kinder übernahmen, war passend eingesetzt, auch die Erzählerrollen waren brillant besetzt und erstaunlicherweise gab es kein Problem dabei, sich an Einzelheiten der jeweiligen Geschichte zu erinnern, die sie zusammen entwickelt hatten. Als begleitende und organisierende Lehrkraft für das Fach Deutsch war ich unfassbar beeindruckt sowohl von der Fähigkeit von Frau Parada, so viel Kreativität und Begeisterung bei unseren „Fünftis“ zu wecken, als auch von unseren Schülerinnen und Schülern, die sich mitnehmen und fesseln ließen. Dieser Workshop war für alle Beteiligten eine Riesenfreude und hat gezeigt, dass man mit Willen und entsprechenden Fähigkeiten aus jeder/jedem der Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern Konzentration, Fantasie und ungeheure Schaffenskraft herausholen kann.
Birgit Fahr

