Am 2. und 4. Mai konnten die Schüler der Klassen 8a und 8c ihre Fähigkeiten und Kenntnisse im Programmieren praxisnah erweitern. Mitarbeiter der Initiative „Junge Forscherinnen und Forscher e.V. (IJF)“ kamen an die Markgrafen-Realschule, um mit den Schülern innerhalb von zwei Tagen ein therapeutisches Spiel zu entwickeln.
Computergestützte Therapiespiele setzen Physiotherapeuten gezielt ein, wenn Patienten bei langweiligen, monotonen Übungen motiviert werden sollen. Die Patienten sehen dann z. B. auf einem Bildschirm eine kleine Figur, die sie durch gezielte Bewegungen steuern. Mit diesem spielerischen Aspekt können Motivation und Feedback in der Therapie gefördert werden.
Am ersten Vormittag erklärte das Forscherteam den Jugendlichen das Ziel der beiden Tage. Dabei zeigten sie das Bild eines kleinen Jungens während seines Trainings, der wieder laufen lernen sollte. Aber wie kann ein Kind gezielt motiviert werden? Ein spannendes Spiel ist die Lösung. Jedoch hatten die Realschüler so etwas noch nie vorher programmiert.
Die Studenten erklären den Schülern in zwei Schulstunden die Grundzüge der Programmierumgebung Scratch. Mithilfe von Scratch entwarfen die Jugendlichen anschließend selbstständig in Kleingruppen ihre ersten Spiele z.B. Ping Pong oder kleine Animationen. Am Ende des Schultages zeigten die Forscher den Schülern den MocoMoco.
Der MocoMoco ist ein elektronisches Bauteil, welches den Computer mit der Benutzersteuerung verbindet. Die Schaltflächen werden dabei aus Knete geformt. Über diese USB-Schnittstelle steuerten die Schüler ihre Spiele an Stelle mit der Tastatur durch Berühren der Knete mit der Hand. Dieses Arbeitsmaterial wurde schnell angenommen. So entstanden Schaltpfeile und Druckknöpfe aus Knete. Leider kam für viele Gruppen das Schulende zu schnell.
Am zweiten Tag erhielt jede Gruppe eine fiktive Patientenakte mit Personen, die z. B. Koordinationsschwierigkeiten hatten oder nach einem Unfall die Beweglichkeit der Arme oder Hände verbessern sollten.
Die Schüler überlegten, wie ein passendes Therapiespiel aussehen könnte. Mit Hilfe der Studenten zeigten die Realschüler, wie pragmatisch und zielorientiert sie ihre neu erworbenen Kompetenzen einsetzen konnten. Nach drei weiteren Schulstunden waren die Ergebnisse für die Entwicklermesse, die anschließend in den IT-Sälen stattfand, fertig. Alle Prototypen wurden im Klassenverbund vorgestellt und diskutiert.


Hier steuert Andreas sein Spiel durch Berühren der Pfeile am Boden mit den Füßen. Die Beinbeweglichkeit wird dadurch gefördert.

Danach durfte jeder Schüler die Spiele seiner Mitschüler testen. In der abschließenden Feedbackrunde äußerten sich die Jugendlichen überrascht über ihre schnellen Programmierfortschritte. Auch das Forscherteam aus Würzburg lobte die sehr gute Mitarbeit und das Interesse aller Schüler – insbesondere auch den Eifer und Erfolge der Mädchen.

Junge Forscher aus Würzburg besuchen die 8. Klasse